литературный журнал

№1/2017 (№4)

Das vierte Heft von «Berlin.Berega» eröffnet mit drei Gedichtsammlungen. Sie stammen von Michail Judowskij (Frankenthal), Natalya Brasowski (Lemgo) und Wassily Zittel (Hamburg). Die tragen die Titel „Ich bin nicht hier geboren“, „Die fünfte Dimension“ und „#selfie“.

Der vielleicht bekannteste russischstämmige Autor Deutschlands, Wladimir Kaminer (Berlin), publiziert im Rahmen der Rubrik „Übersetzungen“ seine neue Erzählung „Das Leben nach der Insel“. Es geht um die Frau des Erzählers, die von der Insel Sachalin stammt. Sie glaubt, dass sie überall ihre Kenntnisse über die weltweite Kultur verwenden könne, die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Der Text erscheint sowohl im Original auf Deutsch als auch auf Russisch.

Alexander Snegirev (Moskau), Träger verschiedener Literaturpreise, u. a. des bedeutendsten russischen Buchpreises „Russischer Booker“ (2015), stellt eine kleine Erzählung mit dem Titel „2022“ vor. Der Protagonist besucht den Berliner Flohmarkt auf dem Arkonaplatz und führt dort ein recht merkwürdiges Gespräch …

Das vierte Heft von „Berlin.Berega“ präsentiert auch die aus der Ukraine stammende Autorin Tetyana Dagovych (Unna). In ihrem Text „Les droits de l‘homme — Menschenrechte“ erzählt Dagovych von einer un gewöhnlichen Versammlung in Strasbourg. Auf den ersten Blick geht es um eine ziemlich langweilige Demo, doch nicht alles ist so einfach, wie es zu nächst scheint.

Anzhelina Polonskaya (Frankfurt a. M.) und Andrej Ditzel (Hamburg) sind mit je einem Gedichtzyklus ver treten. Sie tragen die Titel „Schwärzer als weiß“ bzw. „Sommerlicher Fahrplan“.

Maxim Shay aus Hamburg ist mit dem großen herzergreifenden Zyklus «Erzählungen über den Vater» vertreten. Der Autor lebt in Deutsch land, sein betagter Vater auf der Krim.

Die kleinen Fragmente sind gleich zeitig Berichte, Beobachtungen und Liebeserklärungen — des Sohnes an den Vater. Eine weitere Autorin aus Russland, Alexandra Artamonova (Kaliningrad), stellt 2 kleine Erzählungen vor: „Die Abzeichen“ und „Großvater“.

Irina Liebermann (Frankfurt a. M.) und Taras Fisanovich (Ham burg) beschließen den poetischen Teil von Heft 4. Die Sammlung von Liebermann heißt „Ein Wirkungsort“, der Zyklus von Fisanovich ist „Sprechen wir, mein Freund“ überschrieben.

Die bereits traditionelle Rubrik «Debüt» macht uns dieses Mal mit drei weiteren Autoren vor bekannt. Sie alle leben in Berlin. Ksenia Lapina schrieb die Erzählung „Das Interview“, Andriy Zyatkovskyy publiziert den Text „Erdstaub“, Daria Ekkert stellt ihre Erzählung „Das Tier“ vor.

Die Rubrik „Übersetzungen“ bringt Gedichte von Rainer Maria Rilke, Kurt Tucholsky, Johann Wolfgang von Goethe und Gottfried Benn. Sämtliche Texte wurden von Sergej Strakhov (Kiel) ins Russische übersetzt.

Der Berliner Alexander Taranovich macht dem Stadteil Kreuzberg eine Liebeserklärung. Sein Essay heißt „Poem über den Indianersommer“. Es handelt sich um eine hochpoetische Erzählung, obgleich der Text doch eine Art von non-fiction ist.

Alexei Medvedev, Philologe aus Hamburg, beschäftigt sich in seinem Artikel mit dem Roman „Symphonie Pathétique“ von Klaus Mann. Zwar hat K. Mann sein Werk dem russischen Komponisten Pjotr Tschai kowsky gewidmet, doch ist der Text in russischen Kreisen kaum be kannt. Der ausführliche und kompetente Beitrag Medvedevs schließt diese Lücke.

Maria Shevtsova (Moskau) liest mit uns Vladimir Nabokovs ers ten Roman „Maschenka“ nach. Die Philologin analysiert in ihrem Text die neutestamentlichen Motive, die sie in Nabokovs Text aufgespürt hat.

Professor Maria Zhigalova aus Brest (Weißrussland) schreibt in ihrem Artikel über die bekannte russische Dichterin Marina Zwetajewa und ihre Verbindung mit Deutschland. U. a. zitiert die Autorin aus einigen Ge dichten von Zwetajewa, in denen es um Deutschland geht.

Die Unterrubrik „Rezensionen“ enthält diesmal zwei Texte: Frank Treibmann (Berlin) bespricht das Buch „Suleika öffnet die Augen“ von Gusel Jachina (Moskau). Der Autorin wurde 2015 der wichtige Literaturpreis „Das große Buch“ verliehen. Sergey Shabutsky (Bonn) schreibt über das soeben erschienene Buch #TriggerWarningPoetry von Alexander Delphinov (Berlin–Köln). Erzählungen und Gedichte von Delphinov wurden bereits früher in „Berlin.Berega“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftlerin Irene Zerbst aus Berlin hat ein Buch über ihren Onkel Gregor Boroffka verfasst. Boroffka war Archäologe, lebte in Russland und der Sowjetunion. 1942 wurde er wegen einer falschen An schuldigung als Spion exekutiert. Das Buch heißt „Leben und Wirken des deutsch-russischen Forschers Gregor Boroffka / Briefe (1913 — 1935) an die Familie aus Russland nach Deutschland“. Für „Berlin.Berega“ erzählt Frau Zerbst über Gregor Boroffka, sein Leben und ihr Buch. Diese Geschichte ist ein typisches und gleichzeitig ein trauriges Beispiel der Tragödie, die das deutsche und das russische Volk im 20. Jahrhundert durchlebt haben. Die Narration von Irene Zerbst erscheint in der neuen Rubrik „Monolog“.

Gala Uzryutova, eine junge Dramatikerin aus Uljanowsk (Russland), ist mit dem kleinen Spiel „Dummerchen“ vertreten. Die Protagonistin, eine erfolgreiche Dame, hat fast jede Nacht einen seltsamen Traum, in dem der Staatspräsident die Hauptrolle spielt. Die Dame möchte ins normale Leben zurückkehren, doch stellt sie fest, dass dies nahezu unmöglich ist …

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